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1894 erhielt die Pfarrkirche St.Josef ihre erste Orgel. Das zweimanualige pneumatisch gesteuerte Instrument mit 36 Registern lieferte die Orgelfabrik von H. Voit & Söhnen Durbach. Es handelte sich um ein typisches Instrument der romantischen Epoche mit vielen Grundstimmen. Den neugotischen Prospekt mit Cäcilia und musizierenden Engeln fertigte Bildhauer Stuchei aus Münster nach Zeichnungen des Innenarchitekten Ludwig Becker.

 
 

Der amtliche Orgelsachverständige Julius Orth lobte in seinem Gutachten vom 6.5.1894 das Instrument: "Die Klangfarbe ist bei jeder Stimme charakteristisch; jede Oktave derselben ist von gleicher Stärke. Die Ansprache ist sehr präzise zu nennen. Einzelne Stimmen sind von wundervoller Wirkung: Gewisse Registerkombinationen sind von großartiger Schönheit. Die Zungen und jene Register in 4'und 2' sind decent gehalten. Das volle Werk hat eine schöne, glanzvolle wohlthuende und kräftige Wirkung. Baß und Diskant stehen im richtigen Verhältnis."

 
 

Rund 40 Jahre später war man mit dem Instrument nicht mehr zufrieden. Häufige Störungen und ein dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprechendes Klangbild führten1933 zu Umbau und Erweiterung durch die Firma Späth, Ennetach-Mengen. Dabei wurden viele Teile der Voit-Orgel (ganze Register, Windladen, Prospekt) verwendet.

 
 

Die Disposition des dreimanualigen, elektropneumatisch gesteuerten Instruments zeigt neben spätromantischen Merkmalen auch Züge der so genannten Orgelbewegung, die die barocke Orgel zum Vorbild hatte. In der "Westpfälzischen Zeitung" vom 2.9.1933 steht: " Bei der Ausarbeitung der Disposition, wie bei dem mensurtechnischen und intonatorischen Aufbau der Klangpyramide war man mehr auf Fülle und Glanz, als auf Kraft bedacht. Die zahlreichen jetzt vorhandenen Aliquoten (Obertonregister) ermöglichen reichste Klangsynthesen. Voller Reiz ist der Charakter der Einzelstimmen, wenn wir nur Nachthorn, Klosterflöte, Kupferprinzipal, Krummhorn, Oboe und Schalmey hervorheben. Kraftvoll und mächtig ist der Prinzipalchor, voller Glanz der Chor der Rohrwerke, das volle Werk ist von satter Fülle und strahlender Helle."

 
 

Nach dem großen Kirchenbrand wurde das Instrument von der Orgelbau-Manufaktur Mayer in Heusweiler saniert und überarbeitet. Dabei wurden Änderungen in der Disposition, die zwischenzeitlich erfolgt waren, wieder zurückgeführt, so dass sich das Instrument in seiner ursprünglichen Klangpracht darstellt.

 
 

Als Zusatz erhielt die Orgel das Register Tuba 8'(Horizontaltrompete). Spender ermöglichten außerdem die Installation eines Flügelspiels. Die Steuerung erfolgt über moderne BUS-Technik.